Team Blasser Dünner Junge

Wir haben die Anfrage Recep Tayyip Erdoğans, ihn rechtlich gegen Jan Böhmermann zu vertreten, abgelehnt.
Wir sind eine seriöse Kanzlei und daher nicht gewillt, bei derart grobem Unfug mitzumachen und Teil des geschmacklos plumpen Scherzes eines irrtümlich in der Politik gelandeten humorlosen Komikers zu werden.

Wir spielen im Team Blasser Dünner Junge.

Bitte recht finster

Die Dunkeldeutschland AG, die für das Veranstalten von Sonnenfinsternissen in Deutschland zuständig ist, klagt über die geringe Besucherzahl in diesem Jahr. Schuld daran, dass so wenige Menschen an der diesjährigen Sonnenfinsternis teilgenommen haben, seien, so ein Sprecher der AG, vorwiegend Blockupy-Aktivisten. Diese hatten im Vorfeld der Finsternis mit einer groß angelegten Kampagne zum Boykott aufgerufen, da ihrer Meinung nach nur ein winziger Teil der Bevölkerung über die finanziellen Mittel verfüge, um an der Sonnenfinsternis teilnehmen zu können. Dies stimme nicht, man habe in diesem Jahr viele der Eintrittskarten sogar kostenlos vergeben. Man ziehe nun rechtliche Schritte aufgrund der entstandenen Rufschädigung in Betracht, so der Sprecher der Dunkeldeutschland AG weiter.

Derweil sprachen sich bereits Politiker verschiedener Parteien für Gleichberechtigung bei Sonnenfinsternissen aus: Dass alle Sonnenfinsternisse in Deutschland weiblich sind, sei inakzeptabel und müsse geändert werden, so die einhellige Meinung.

Unterdessen behauptet der Journalist Jan Böhmermann, die Sonnenfinsternis sei eine Fälschung gewesen und habe in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden: „Niemand hatte die Absicht, die Sonne zu verdunkeln!“ Ob diese Äußerung rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten.

Stugida

Stugida, „Sturbat gegen die Irrelevanz der anderen/Außenstehenden“, ist eine kanzleieigene Toleranz- und Gemeinschaftsbildungsinitiative. Im Folgenden soll sie erläutert werden.

Als „andere“ oder „Außenstehende“ werden hier diejenigen Personen oder Organisationen bezeichnet, die keinen Bezug zur Anwaltskanzlei Sturbat & Kollegen haben, die also weder zu unserem Mandanten- und Anhängerkreis zählen noch von uns verklagt werden und somit bedeutungslos für uns sind. Mit Stugida soll diese Bedeutungslosigkeit aufgehoben werden, indem besagte Personen und Organisationen relevant für uns gemacht werden, sprich sich von uns vertreten lassen oder juristisch gegen einen/mehrere unserer Mandanten vorgehen.

Mit dieser Aktion kann ein uneingeschränkt toleranter schicht-, einstellungs-, nationalitäts- und glaubensunabhängiger Zusammenhalt aufgebaut werden, der, frei von allen Vorbehalten, lediglich auf finanzieller Relevanz für uns beruht.

Werden auch Sie Teil von Stugida. Die Möglichkeiten hierfür sind nahezu unbegrenzt. Vom Straßenverkehrsdelikt über die Steuerhinterziehung und den gepflegten Amoklauf bis hin zum Völkermord sind Ihnen keine Grenzen gesetzt, solange Sie uns die Abwicklung der rechtlichen Konsequenzen Ihres Handelns überlassen. Machen Sie mit, seien Sie Teil des Ganzen, und sagen Sie voll stolzer Weltoffenheit: „Ich bin Sturbat!“

Die Wahrheit über die Lügenpresse

Die Lügenpresse ist ein ehrbarer internationaler Zusammenschluss von Beschäftigten im Kommunikationsgewerbe. Journalisten, Blogger, Werbefachleute, Medien- und Pressevertreter aller Art zählen zu den Mitgliedern dieser Organisation, die für Pressefreiheit und hohe Qualitätsstandards in der Informationsverbreitung eintritt. Selbstverständlich arbeiten auch in unserer Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit nur höchst qualifizierte, offiziell anerkannte und zugelassene Mitglieder der Lügenpresse.

Derzeit wird diese altehrwürdige, stets rechtschaffene Institution scharf kritisiert. Man wirft ihr grundlos vor, sie verbreite Unwahrheiten und werfe ein schlechtes Licht auf die Kommunikationsbranche.

Alles Quatsch, wissen wir. Darum werden wir die aktuellen Vorwürfe gegen die Lügenpresse natürlich nicht hinnehmen und unverzüglich rechtliche Schritte gegen die für die Verbreitung der Gerüchte, Falschmeldungen und Diffamierungen Verantwortlichen einleiten.

Je suis Charlie

„Mir war klar, dass dieser Satz weltweite Beachtung finden würde. Millionen würden ihn bald blind skandieren und bis zur Besinnungslosigkeit, bis die kraftvolle Bedeutung des Je_suis_CharlieAusspruches der Vergessenheit anheim gefallen sein würde, strapazieren. Denn der Mensch suhlt sich mit Hingabe in kollektiver Bestürzung und zelebriert engagiert mehrheitlich sanktionierte, risikofreie Wut. Bedenkenlos, da in keinster Weise gefährdet, den Rausch des Moments genießend, echauffiert sich die in Heuchelei geeinte Masse. Weil es sich gerade anbietet. Wie dem auch sei, ich sehe finanzielles Potential in diesem Satz.“ – Rechteinhaber hinsichtlich des Ausspruches „Je suis Charlie“ und Mandant der Anwaltskanzlei Sturbat & Kollegen.

„Jesus Charlie?! Blasphemie!“ – Tweet der „Analphabetischen Legasthenie-Kommission des Vatikans zur Erschwerung glaubensübergreifender Kommunikation“.

„Je suis winning!“ – Charlie Sheen.

„Ein Jahr voller Geschichte“

„Werte Anhänger der Kanzlei,

ein weiteres ereignisreiches Jahr endet. Ein Jahr voller Veränderungen, voller Höhepunkte, voller Tragik, voller Größe – voller Geschichte.

Durch die Kür Deutschlands zum Fußball-Weltmeister konnten wir in mehrerer Hinsicht Einfluss auf das komplexe Weltgeflecht nehmen. Einem nationalen Bewusstsein, geprägt von Stolz und unweigerlicher Intoleranz, haben wir hiermit die Tür einen weiteren bemerkenswerten Spalt weit geöffnet. Dieser Rechtsruck – ich spreche offensichtlich von HoGeSa, Pegida und allen anderen kleingeistigen, geschichtsvergessenen, aber äußerst einträglichen Gruppierungen, deren traurige Existenz nicht abgetan werden kann und beendet werden wird, bevor wir nicht allen erdenklichen Profit aus ihnen gezogen haben werden – hat uns nicht nur neue Mandanten beschert und damit unsere Finanzen in diesem Jahr äußerst positiv beeinflusst, sondern auch ein weit weniger interessantes Thema von der Bildfläche verdrängt: Ebola. Da in Entwicklungsländern überwiegend Menschen leben, die sich unsere Dienste nicht leisten können, waren wir äußerst erfreut darüber, diesen Weltbereich wieder aus den Schlagzeilen verdrängen zu können. Nun, geschätzte Anhänger der Kanzlei, möchte ich Sie nicht länger mit weltweiten Belanglosigkeiten ermüden.

Das unzweifelhaft signifikanteste Ereignis in diesem Jahr: Sturbat 21. Wir sind umgezogen. Wir kontrollieren das Neuland nun, man könnte sagen, offiziell vom Keller bis zum Dach. Doch Sie wissen das bereits. Sie sind uns gefolgt, haben zu uns gehalten, haben Triumphe mit uns gefeiert und Niederlagen anderer ermöglicht … Da gerade meine Betreuerinnen mit meinem 12-Uhr-Whisky mein Zimmer betreten, möchte ich Sie nicht weiter langweilen.

Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung in diesem großen Jahr und wünsche Ihnen im Namen der Anwaltskanzlei Sturbat & Kollegen einen hervorragenden Start ins Jahr 2015. Bleiben Sie weiterhin bei uns. Es lohnt sich – für uns.

Cheerio.“ – Kevin Sturbat, derzeit auf Entziehungskururlaub in den kanzleieigenen Wellness-Anlagen auf Kuba.

Weihnachtswunder

Im Rechtsstreit zwischen unserem Mandanten Kim Jong-un und Sony bezüglich des Films „The Interview“ konnten wir nun eine vorläufige Einigung erzielen. Unser Mandant hatte Sony vorgeworfen, das Drehbuch zu besagtem Film im Auftrag des für seine korrupten Machenschaften weltweit bekannten Schurkenstaates USA gestohlen und darüber hinaus stümperhaft verfilmt zu haben. Zwar halten wir weiter an diesem Vorwurf fest, jedoch zeigt sich unser philanthropischer Mandant – wie gewohnt – großherzig: So soll der Film am 25. Dezember als siebenstündiger Director`s Cut mit Kim Jong-uns Audiokommentar in den amerikanischen Kinos zu sehen sein. Menschenrechtsorganisationen bezeichneten diese Weltoffenheit Kim Jong-uns als vorbildlich und nachahmenswert, der Vatikan sprach von einem Weihnachtswunder.

Dem ist von unserer Seite her nichts hinzuzufügen. Wir wünschen Ihnen, höchst geschätzte Freunde der Kanzlei, fröhliche, stimmungsvolle und rechtlich fragwürdige Weihnachten.

„Bedauernswert unbeholfen“

„Wir können es nicht hinnehmen, dass ein Schurkenstaat wie die USA in Zusammenarbeit mit einem weltweit agierenden Unternehmen wie Sony unsere Kunst stiehlt – und dann noch so bedauernstwert unbeholfen umsetzt. Das Drehbuch zu ‚The Interview‘ wurde von einem großen Künstler unseres Landes zum Zwecke einer biografischen Verfilmung über unseren geliebten Führer Kim Jong-un geschrieben. Die USA und Sony haben es gestohlen, verschandelt und mit Laiendarstellern umgesetzt. Das können wir nicht dulden. Deshalb werden wir rechtlich gegen die Ausstrahlung des Films vorgehen.“ – Stellungnahme des nordkoreanischen Außenministers, Dennis Rodman, zum Film „The Interview“.

Kritik an Guantanamo

Der aktuelle CIA-Folterbericht übt harsche Kritik an den Verhörmethoden der amerikanischen Geheimdienstbehörde. Da die CIA für ihre Arbeit häufig unser Personal sowie unsere Bildungs- und Erholungseinrichtungen auf Kuba engagiert, stehen diese jetzt ebenfalls in der Kritik. Wir weisen jedoch alle Vorwürfe zurück. Unsere eigene offizielle Überprüfung hat ergeben: Guantanamo Bay beherbergt ausschließlich zufriedene Gäste. Unser bestens geschultes Personal arbeitet stets gewissenhaft, professionell und nachhaltig überzeugend.

Einigung zwischen Salafisten und HoGeSa

In Verhandlungen zwischen Salafisten und der Organisation HoGeSa konnten wir eine Einigung erzielen: Die Vertreter der Salafisten stimmten zu, ab jetzt nur noch christlich getauften Salafisten das Verbreiten von Propaganda und die Ausübung terroristischer Akte zu genehmigen. Im Gegenzug sicherte die Abordnung der HoGeSa zu, künftig nur noch Mitgliedern mit einem staatlich nachgewiesenen dreistelligen Intelligenzquotienten das Grölen, Hetzen und Demonstrieren zu gestatten. Finanziert von internationalen Tierschutzorganisationen überwachen unabhängige Mitarbeiter der Kanzlei die Einhaltung der Vereinbarung.